Basale Stimulation



 

 

Basale Stimulation® ist wie eine ‚Blume’,
mit jedem neuen ‚Blütenblatt’, das man kennen,
erkennen und wahrnehmen lernt, wird deutlicher,
was Basale Stimulation® bedeuten könnte“
Zitat einer Teilnehmerin des Basisseminars

 

 

 

Basale Stimulation® als Konzept ist mit nunmehr 30 Jahren das, was man einen „jungen Erwachsenen“ nennen darf. Die Basale Stimulation® in der Pflege hat sich in vielen Kliniken und Stationen etabliert. Alle Bereiche der Pflege von Frühgeborenen- bis Altenpflege, von Intensiv- bis Hospizpflege haben davon profitiert. Während sich durch inzwischen über 600 ausgebildete Multiplikatoren, Kursleiter und PraxisbegleiterInnen für Basale Stimulation in der Pflege immer neue Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis auftun, wird das Konzept von den Begründern immer weiter entwickelt.
Nun kommt mit den zentralen Zielen der Basalen Stimulation® in der Pflege ein großer Impuls hinzu.(1)

Entwickelt wurde das Konzept „Basale Stimulation®“ von Professor Andreas Fröhlich, der ab 1975 bis 1983 auf Drängen von Elternbewegungen und Pädagogen einen Schulversuch im Rehazentrum Landstuhl, Westpfalz mit Kindern und Jugendlichen mit schwersten Behinderungen begann, nachdem diese Kinder von der Schulpflicht befreit werden sollten. Im Rahmen dieses Schulversuchs sollten Möglichkeiten gefunden werden, Kinder und Jugendliche mit schwersten Behinderungen zu unterrichten und zu fördern.
Der Schulversuch wurde wissenschaftlich begleitet vom Institut für Sonderpädagogik an der Universität Mainz (Prof. Ernst Begemann; später Prof. Ursula Haupt).


Basale Stimmulation Bettina Kirchner

Unter dem Wort „basal“ verstehen wir grundlegende Angebote für den in seiner Wahrneh-mung eingeschränkten Menschen. Sie knüpfen an die sehr individuellen Erfahrungen aus der embryonalen und fötalen Entwicklung an. Der Mensch braucht keine Vorleistungen zu bringen.

Mit dem Wort „Stimulation“ ist gemeint, dass ein Mensch, der in seinem Bewusstsein und in seiner Wahrnehmung beeinträchtigt ist, positive Angebote braucht, damit Entwicklung (körperliche, soziale, geistige, emotionale) für ihn möglich wird.

In den 80er Jahren nahm die Krankenschwester und Diplompädagogin Professor Christel Bienstein Kontakt zu Professor Fröhlich auf und gemeinsam begannen sie, dieses Konzept in die Pflege zu übertragen.

Die Welt eines jeden Menschen ist seine eigene, gedachte und gemachte Welt. Sie bestimmt seine individuelle Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit bildet sich aus der Begegnung des Menschen mit sich, seiner belebten und unbelebten Außenwelt. Pflegende nehmen in dieser Welt dann einen Raum ein, wenn Krisensituationen und Krankheit auftreten und dadurch ein Hilfsbedarf entsteht. Das Wissen um die Einzigartigkeit des Menschen und die Begrenztheit seines Lebens wird zum Ausgangspunkt für uns professionell Pflegende, wenn wir einen anderen Menschen begleiten.(2)

Durch Basale Stimulation® in der Pflege wollen wir Wahrnehmung vermitteln und Reaktionen fördern. Es kann eine effektivere, therapeutische Pflege und somit auch ein neues Pfle-geverständnis aufgezeigt werden.

Ziel der Basalen Stimulation® ist die Anregung und Förderung individueller Lernprozesse in dem betroffenen Menschen. Pflege wird hier als Angebot verstanden, über dessen Annahme der Betroffene entscheidet. Pflege ist Basis zur Kommunikation. Es wird eine Kommunikationsform gewählt, die der Mensch wahrnehmen und verarbeiten kann. Wir begeben uns hier auf die Ebene des Patienten/Bewohner und vermitteln ihm dabei Kommunikation, die sich bei schwer wahrnehmungsbeeinträchtigten Menschen auf elementare Inhalte bezieht: sich selbst erleben, Grenzen des Körpers zu erspüren, die Welt außerhalb des Körpers wahrnehmen und die Gegenwart eines anderen, interessierten Menschen zu fühlen.(3)

(1) Lebensbegleitung alter Menschen Basale Stimulation® in der Pflege Thomas Buchholz und Ansgar Schürenberg Verlag Hans Huber ISBN 3-456-84111-6 Seite 15

(2) Lebensbegleitung alter Menschen Basale Stimulation® in der Pflege Thomas Buchholz und Ansgar Schürenberg Verlag Hans Huber ISBN 3-456-84111-6 Seite 19

(3) Basale Stimulation Neue Wege in der Intensivpflege Gabriele Bartoszek Peter Nydahl Urban und Fischer ISBN 3-437-26500-8 3. Auflage Seite 3-5